Prof. Dr. med. Stefan Schreiber

Direktor der Klinik für Innere Medizin I,
Direktor des Instituts für Klinische Molekularbiologie und Dekan der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
 

Prof. Dr. Stefan Schreiber ist Direktor des Instituts für Klinische Molekularbiologie sowie Direktor der Klinik für Innere Medizin I an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.
 

Seine Arbeitsschwerpunkte umfassen die Gastroenterologie, Hepatologie, Pneumologie, Endokrinologie, Ernährungsmedizin sowie Altersmedizin. Er ist außerdem Dekan der Medizinischen Fakultät zu Kiel und seit 2007 Sprecher des DFG-„Exzellenzcluster Entzündungsforschung“.
 

Sein wissenschaftliches Interesse gilt der Molekulargenetik und Pathophysiologie chronischer Entzündungen des menschlichen Darms, der klinischen Entwicklung neuer Therapien gegen chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) sowie der Entschlüsselung von Alterungsprozessen. Er ist Mitglied in der American Gastroenterological Association, der European Society for Clinical Investigation, der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin, der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten sowie dem wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung.
 

Professor Schreiber hat bereits zahlreiche nationale und internationale Fachtagungen geleitet und hält regelmäßig Vorträge u. a. auf der Jahresversammlung der American Gastroentero-logical Association, der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin und United European Gastroenterology Week. Er wurde von der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten mit dem Martin-Gülzow-Preis für seine richtungsweisende Arbeit auf dem Gebiet der klinischen Gastroenterologie und von der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin mit dem Frerichs-Preis ausgezeichnet.
 

Professor Schreiber ist Mitherausgeber des International Journal of Colorectal Disease und Section Editor für Inflammatory Bowel Disease, Mitglied im redaktionellen Beirat von Gastroenterology, Gut, Human Genetics sowie des Journal of Molecular Medicine. Professor Schreiber hat mehr als 500 Artikel in Fachzeitschriften wie Nature Genetics, The New England Journal of Medicine, Nature Biotechnology, Nature Medicine, The Lancet, PNAS, PLoS Medicine und Gastroenterology veröffentlicht.
 

Exzellenzcluster Schleswig-Holstein „Inflammation at Interfaces“

Im Jahre 2007 erklärten die Bundesregierung und die Deutsche Forschungsgemeinschaft die Entzündungsforschung zum wissenschaftlichen Schwerpunkt in Deutschland. Sie kürten das schleswig-holsteinische "Netzwerk Entzündungsforschung" zum nationalen "Exzellenzcluster". Bis 2012 werden 40 Millionen Euro in die Perspektive einer neuen Entzündungsmedizin investiert, in einen international einzigartigen Forschungsansatz: die Interpretation des dramatisch zunehmenden inflammatorischen Geschehens im menschlichen Körper als ein Krankheitsbild.

Die Wissenschaftler des Forschungsverbunds "Exzellenzcluster Entzündungsforschung" haben international Standards gesetzt: durch die Identifizierung von Krankheitsgenen für chronische Erkrankungen, die Entschlüsselung diffiziler Interaktionen des Immunsystems, den Aufbau einer der größten Biobanken Europas – und sie setzen die Erkenntnisse ihrer Grundlagenforschung in innovative Therapien für die Patienten um.

Die bislang gängige organfixierte, separate Behandlung einzelner Entzündungssymptome durch den jeweiligen Facharzt wird durch das interdisziplinäre Verständnis von Asthma, Neurodermitis, Morbus Crohn oder Multipler Sklerose ersetzt – es wird zum "System Entzündung". Und diese neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse kommen umgehend auch dem Patienten zugute – in der vom "Exzellenzcluster" neu gegründeten, bislang einzigartigen Entzündungsklinik, dem "Exzellenzzentrum Entzündungsmedizin".

Im "Exzellenzcluster" sind die Kompetenzen von rund 150 hoch spezialisierten Forschern und Medizinern gebündelt. Die Wissenschaftler nutzen eine im internationalen Vergleich herausragende Infrastruktur, bereitgestellt von den Universitäten Kiel und Lübeck, dem Leibniz-Forschungszentrum für Medizin und Biowissenschaften Borstel und dem Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie Plön.
www.inflammation-at-interfaces.de
 

 

 

Institut für Klinische Molekularbiologie (IKMB)

Die Aufklärung der molekularen Ursachen durch genetische und genomische Ansätze ermöglicht die Entwicklung neuer Konzepte zur Entstehung und zum Mechanismus komplexer Erkrankungen. Zur wissenschaftlichen Strategie des IKMB gehört grundsätzlich die Bewertung genetischer Varianten auf Ebene der DNA, die systematische Bewertung transkriptioneller Regulation, die systematische Exploration von Veränderungen auf Proteinebene, das funktionelle Verständnis von relevanten genetischen Signalen durch Vervollständigung von Stoffwechselwegen und die Anwendung auf Patienten. Der Fokus des IKMB ist auf die klinische Umsetzung von molekularbiologischen Forschungsansätzen gerichtet. Dazu sollen "state-of-the-art" Technologien vorgehalten werden, die sich als solche an den experimentellen Qualitätsstandards in Instituten der Grundlagenforschung messen lassen.
 

Eine Voraussetzung für eine molekular-epidemiologische Forschung ist die Biobank des Instituts mit weit mehr als 100.000 typisierungsfähigen Bioproben (DNA, Gewebe). Eine weitere, systematische Plattform ist die Phänotypisierung von Patienten, die auch das Modellsystem des klinisch-therapeutischen Experiments mit einbezieht. Elemente der letztgenannten Agenda sind eine klinische Studienplattform und die Biobank „popgen“ (www.popgen.de), in der für eine Reihe von Schlüsselerkrankungen eine bevölkerungsrepräsentative Kohorte in Nord-Schleswig-Hostein aufgebaut und nachverfolgt wird.
 

Die "klinische Genomforschung" ist in der Medizinischen Fakultät ein ausgewiesener Forschungsschwerpunkt, der sich in Kiel im Einzelnen durch Standortförderung im Nationalen Genomforschungsnetz, Projekte im Deutschen Humanen Genomprojekt sowie EU, DFG Forschergruppe 423 und Beiträge zu SFB 415 und GK 820 präsentiert.
 

Damit spielt das IKMB insgesamt mit einer wesentlichen Forschungsausrichtung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel zusammen, an der mittlerweile an drei Fakultäten genomisch orientierte Forschungsansätze verfolgt werden: Krankheitsfokussierte Genomforschung in der Medizinischen Fakultät, molekulare Ernährungsforschung in einem interfakultativen Ansatz zwischen Agrar- und Ernährungswissenschaftlicher sowie Medizinischer Fakultät, Pflanzen- und Nutztiergenomforschung in der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät sowie Genomforschung an Modellorganismen in der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät. Die Gründung eines interfakultativen Schwerpunkts durch Einrichtung des "Zentrums für Molekulare Biowissenschaften", das die entsprechenden Einrichtungen der drei Fakultäten zusammenfasst, fördert die Integration der Aktivitäten zwischen den Fakultäten.
www.ikmb.uni-kiel.de