Leiter des Think Tanks
W.I.R.E. [Web for Interdisciplinary Research & Expertise]

Stephan Sigrist ist Leiter des Think Tanks W.I.R.E. (Web for Interdisciplinary Reseach & Expertise) der Bank Sarasin und des Collegium Helveticum, der transdisziplinären Forschungsstelle von ETH und Universität Zürich. Der Forschungsschwerpunkt von W.I.R.E. betrifft Entwicklungen und Trends in den Bereichen Lifesciences, Wirtschaft und Gesellschaft. Stephan Sigrist hat zum Thema 'Wandel im Gesundheitswesen: strategische Ausrichtung der Pharmabranche' promoviert und beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit Entwicklungen in den Bereichen Pharma /Biotechnologie, Gesundheit und Food sowie mit generellen Makro-Trends in Wirtschaft und Gesellschaft. Davor war er Senior Researcher am Gottlieb Duttweiler Institut, wo er für die Analyse der Life-Science- und Foodmärkte verantwortlich war. Nach seinem Biochemie-Studium an der ETH Zürich war Stephan Sigrist vorerst in der medizinischen Forschung von Hoffman-La Roche tätig. Danach arbeitete er als Unternehmensberater bei Roland Berger Strategy Consultants. Stephan Sigrist ist Autor verschiedener Publikationen und Fachbeiträge u.a. «Mind the Future - Kompendium für Gegenwartstrends», «Health Horizons - Guide zu den neuen Gesundheitsmärkten» (2006) und Zukunftsperspektiven des Gesundheitsmarkts (2006) im Auftrag von Innenminister Pascal Couchepin sowie Referent an internationalen Tagungen und Strategiemeetings.
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Collaborate or Die – Wie offene Innovation und neue Netzwerke den Gesundheitsmarkt neu definieren
Dr. sc. ETH Stephan Sigrist, Leiter des Think TanksW.I.R.E.
[Web for Interdisciplinary Research & Expertise] 

Das Gesundheitssystem steht im Umbruch: Immer mehr Anbieter positionieren sich im Markt für Heilung; Prävention gilt als Wachstumssektor. Gleichzeitig stellen Patienten und Gesundheitskonsumenten neue Anforderungen. Die Folge ist eine zunehmende Differenzierung des Marktes, der sich im Umfeld von Regulierung und traditionellen Denkmustern primär an sich selbst orientiert. Ein innovatives Gesundheitssystem definiert sich in erster Linie nicht über Produkte, sondern über Prozesse. Für eine Werte-orientierte Gesundheitsversorgung braucht es deshalb Netzwerke und Partnerschaften, die sich konsequent am Menschen ausrichten. Jedoch verhindern die zunehmende Komplexität und Innenorientierung in vielen Fällen neue Ideen und Innovationen, die über bestehende Konzepte hinausgehen. Neue Innovationspfade eröffnen Modelle, die beispielsweise die Softwarebranche revolutioniert haben. Auch der Gesundheitsmarkt benötigt offene Denkmodelle, die Innovation nicht nur innerhalb der eigenen Institutionen suchen, sondern auf die globale Wissensdatenbank von Experten und Vordenkern zugreifen. Wäre es nicht denkbar, die Medikamentenentwicklung nach Open Source-Modellen durch internationale Netzwerke gemeinsam voranzutreiben? Eine erste Grundlage ist die freie Publikation von wissen - schaftlichen Daten und Ergebnissen klinischer Studien. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass offene Innovationsmodelle neben Kooperationswillen auch eine neue Fehlerkultur erfordern.